Gastbeitrag: Das ultimative Social Media Workout – Fit in nur 30 Minuten täglich

Daniel Knoflicek social media Workout

Mein Name ist Daniel Knoflicek, ich bin Geschäftsführer der Online Marketing Agentur „Slidebird Webstories“ und blicke auf über 10 Jahre Erfahrung im Bereich Social Media und Online Marketing zurück.

Meine Agentur betreut große und kleine Unternehmen in allen Kerngebieten des Online Marketings. Auch Consulting und Workshops zu diversen Themen zählen zu unserem Leistungsspektrum.

2018 durfte ich im Rahmen von Workshops zu verschiedenen Themen im Bereich Online Marketing und E-commerce über 50 Händler der Marke „Yamaha Music“ kennenlernen. Dabei zeichnete sich eine spezielle Problematik markant ab: Fehlendes Fachwissen und die fehlenden zeitlichen Ressourcen für die adäquate Betreuung eines professionellen Social Media Auftritts.

Am Bewusstsein für die Notwendigkeit eines kompetenten Social Media Auftrittes mangelte es jedoch nicht.

Speziell in kleinen Unternehmen ist die Zeit der Mitarbeiter extrem knapp – und die der Chefs sowieso.

Aus diesem Grund wollte ich auch kleinen Unternehmen die Möglichkeit geben, in nur 30 Minuten täglich bzw. zweieinhalb Stunden pro Woche einen Social Media Auftritt zu realisieren, der wachsen kann und einen Mehrwert für das Unternehmen bietet. Die Idee zum Social Media Workout war geboren.

Wie sieht der wöchentliche Fahrplan dieses Workouts aus?

  1. Social Media Audit | 20 Minuten
  2. Redaktionsplan| 40 Minuten
  3. Social Media Report | 30 Minuten
  4. Post erstellen & veröffentlichen | 40 Minuten
  5. Community-Management (Kanal Betreuen) | 20 Minuten

 

Natürlich macht es Sinn, die einzelnen Punkte zeitlich zu bündeln und gewisse Aufgaben nur einmal pro Monat zu erledigen. Die Aufteilung in nur 30 Minuten pro Tag soll vor allem als Motivation dienen, um zu realisieren, das ein sinnvolles Social Media Management nicht viel Zeit kosten muss und die investierte Zeit Ihrem Unternehmen sehr viel Mehrwert bietet.

1. Social Media Audit | 20 Minuten

Ein Social Media Audit ist der erste Schritt für eine gute Social-Media-Strategie. Ein Audit hilft Ihnen dabei, den aktuellen Zustand Ihrer Social-Media-Kanäle zu analysieren und zu dokumentieren. Oberstes Ziel eines Social Media Audits ist es, langfristig Ziele und Erfolge messbar zu machen. Die Dokumentation der KPIs (Key Performance Indicators) ist speziell zu Beginn einer jeden Strategie maßgeblich für den späteren Erfolg.

Das Audit als Frühjahrsputz gedacht

Ein Social Media Audit ist wie ein Frühjahrsputz inkl. Frühjahrs-Ausmist-Aktion. Man verschafft sich einen Überblick, evaluiert das Wertvolle, trennt sich vom Rest und erhält damit einen scharfen Blick fürs Wesentliche.

Step by step zum Audit

Ein Social-Media-Audit besteht aus einer Reihe von Steps zur Bewertung und Optimierung der Social-Media-Profile und -Strategien eines Unternehmens:

a. Zugangsdaten sammeln:
Sammeln Sie alle Zugangsdaten zu jedem Account Ihrer Firma (Instagram, Facebook, Pinterest, TikTok etc.) und notieren Sie diese in einem einzigen Dokument.

b. Tabelle anlegen mit wichtigen Informationen
Legen Sie ein Dokument an, in dem Sie alle Informationen sammeln. Das kann ein Excel File sein wie in unserer Vorlage, die Sie weiter unten downloaden können, oder aber ein Word File oder auch einfach nur eine Dokumentation in einem Notizbuch. Am einfachsten geht es aber mit einer Tabelle, die folgendes beinhalten soll:

  • Account Name (Handle)
  • URL
  • Verantwortliche Person für den Account
  • Mission Statement (Leitbild)
  • KPIs (die wichtigsten Kennzahlen)
  • Die 3 besten Posts
  • Demografischen Merkmale (wer sind meine Follower?)
  • Spalte für Notize

c. Social Media Accounts recherchieren
Je nach Größe und Anzahl Ihrer Accounts wartet jetzt einiges an Arbeit auf Sie. Sehen Sie sich alle Accounts Ihres Unternehmens genau an. Sehen Sie sich auch alle Social Media Kanäle an wo Sie noch nicht vertreten sind. Speziell wenn Sie ein gutes Gefühl Ihrer Zielgruppe haben können Sie leicht herausfinden, wo Ihre Zielgruppe aktiv ist und dies zu Ihrem Vorteil nutzen.

d. Ergebnisse dokumentieren
Alle bestehenden Accounts und alle interessanten aber bisher ungenutzten Social Media Kanäle werden nun protokolliert. Sobald Sie alle Accounts geordnet und eingetragen haben, überprüfen Sie alle bestehenden Accounts auf ihre Vollständigkeit. Hierzu zählen in erster Linie folgende Dinge:

  • Profil- und Titelbild
  • Profil-/Bio-Text
  • Accountname (Handle)
  • Profil Url

e. Ermitteln Sie ihre drei besten Posts
Analysieren Sie die Statistiken Ihrer Posts und ermitteln Sie die drei Posts mit den meisten Engagements. Tragen Sie die Links zu den Posts in Ihre Tabelle ein. Jetzt wird es Zeit, kreativ zu werden. Versuchen Sie zu verstehen, warum genau diese Posts erfolgreicher sind als die anderen. Liegt es an der Textlänge? Vielleicht funktionieren Posts zu speziellen Uhrzeiten besser oder schlechter? Wurde ein Bild oder Video benutzt? All das können Faktoren sein, die dazu beitragen, dass ein Post sein Ziel besser erfüllt als andere Posts.

f. Definieren Sie Ihr Mission Statement
Vielen dürfte der Begriff nicht unbekannt sein. Oft wird er benutzt, um ein Leitbild zu definieren. In der Regel haben Firmen ein Mission Statement an dem sie festhalten. Ein Mission Statement soll in einem Satz mitteilen, was Ihre Firma ausmacht und wofür Ihr Unternehmen steht. Als Beispiel finden Sie hier drei sehr bekannte Mission Statements.

zitat für social media workout
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Im Social Media Marketing sind Mission Statements jedoch etwas kurzlebiger und müssen auf den jeweiligen Social Media Account angepasst werden. Das Mission Statement für Ihren Twitter Account sollte anders lauten als das für Ihren Instagram oder für Ihren LinkedIn Account. So dient Twitter mehr dazu, Informationen zu verbreiten, Instagram hingegen ist ganz klar darauf ausgerichtet, das Engagement der Follower zu steigern. Linkedin wiederum eignet sich dafür, das eigene B2B-Netzwerk zu erweitern und ist auch für Reputations-Management der richtige Kanal.

Ihr Mission-Statement sollte Ihnen dabei helfen, die wichtigsten Metriken zur Evaluation eines jeden Social Media-Kanals zu identifizieren.

g. Legen Sie Ihre Key Performance Indicators (KPIs) fest
Jetzt wird es etwas komplexer. Im Zusammenhang mit Social Media Account gibt es in Wesentlichen 4 zentrale Kennzahlen:

Wahrnehmung:
Diese Kennzahlen geben Auskunft zu Ihrem bestehenden und potenziellen Publikum.

Engagement:
Diese Kennzahlen zeigen, wie Zielgruppen mit Ihrem Content interagieren.

Conversion:
Diese Kennzahlen weisen die Effektivität Ihrer Social Media-Arbeit nach.

Verbraucher: Diese Kennzahlen reflektieren, wie aktive Kunden über Ihre Marke denken und fühlen.

Da dieses Thema sehr umfangreich ist, kann es an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt werden. An dieser Stelle sei jedoch ein Blogbeitrag empfohlen, in welchem die Kennzahlen sehr einfach und übersichtlich dargestellt sind:

https://www.humanbrand.com/blog/social-media/die-wichtigsten-social-media-kennzahlen-im-ueberblick/

h. Wenden Sie Ihr Wissen an
Nachdem Sie jetzt einiges über Ihre Kanäle gelernt haben, sich ein Mission Statement zu jedem Kanal überlegt haben, können Sie loslegen. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Insights aus den drei besten Posts. Versuchen Sie, jeden neuen Post besser als den Letzten zu machen und überprüfen Sie dabei immer wieder ihre KPIs.

Ein Social Media Audit muss regelmäßig durchgeführt werden. In sehr großen Unternehmen erfolgt dies monatlich. Bei kleinen Firmen reicht es auch, ein Social Media Audit nur 1x pro Quartal oder gar halbjährlich durchzuführen.

2.Redaktionsplan| 40 Minuten

„Ach ich poste immer spontan“ – viel zu oft musste ich mich mit diesem Satz auseinandersetzen. In meinen 10 Jahren Berufserfahrung habe ich noch nie eine erfolgreiche Social Media Strategie gesehen, die ohne Redaktionsplan ausgekommen wäre. Die Betonung liegt hier auf „Strategie“, d.h. auf geeplanten Verhaltensweisen der Unternehmen zur Erreichung ihrer Ziele und nicht auf lustig drauf los posten, um den Kanal zu füllen.

„Keine Aufgabe oder Ziel ohne Deadline“.  (grafisch rausheben Zitat Robin Sharma)

Vorteile eines Redaktionsplan

  • Sie können Ihre Ressourcen planen (Content, Personal)
  • Ereignisse in der Zukunft können rechtzeitig berücksichtig werden (Messen, Feiertage etc.)
  • Sie können den Großteil Ihres Contents auf einmal posten
  • Sie haben einen genauen Überblick was, wann und wo gepostet wird und wer dies tut
  • Themen können besser eingeteilt werden

Ein Redaktionsplan geht Hand in Hand mit Ihrer Social Media Strategie. Sie müssen, ja, MÜSSEN vorausplanen. Ihrer Kreativität sind bei der Erstellung eines Redaktionsplans keine Grenzen gesetzt. Ähnlich wie beim Social Media Audit können Sie das gute alte Excel zur Hilfe nehmen, einen leeren Zettel oder diverse spezifische Tools.

Inhalte eines Redaktionsplans

  • Geplantes Veröffentlichungsdatum
  • Autor bzw. Verfasser
  • Thema
  • Kanal, auf dem es gepostet werden soll
  • Gewünschte Keywords, die benutzt werden sollen
  • CalltoAction (was ist das Ziel? Newsletter, Downloads etc.)
  • Status (unbearbeitet, auf Freigabe wartend, freigegeben etc.)

Oben genannten Punkte sind das Minimum an Informationen, die Ihr Redaktionsplan erhalten sollte. Je größer die Kanäle und Ihr Unternehmen, desto umfangreicher die Redaktionspläne. In vielen Plänen finden sich auch weitere Informationen wie Details über „Buyer-Persona“, Informationen über KPIs aus historischen Plänen und übergreifende Kampangenziele.

hashtag social media strategie

3. Social Media Report | 30 Minuten

Je nach Zielvorgabe und Social Media Kanal können sich die Kennzahlen und Reports hier stark unterscheiden. Die wichtigsten Kennzahlen (KPIs) sind:

  • Anzahl der Posts
  • Anzahl an gewonnenen/verlorenen Followern
  • Anzahl der Likes
  • Anzahl der Kommentare
  • Anzahl der geteilten Beiträge
  • Anzahl der Profil-Ansichten
  • Anzahl der Klicks auf Posts
  • Anzahl der Story Views (FB und Instagram)
  • Anzahl der Video Views
  • Top Beiträge

Wichtig bei Ihren Berichten ist, dass Sie immer 2 Zeiträume miteinander vergleichen und sich genau ansehen, ob Sie Ihre Zielvorgaben erreicht haben. Wenn Sie sich beispielsweise vorgenommen haben im Monat Dezember 500 neue Follower auf Instagram zu generieren, sollte Ihnen der Bericht sagen können, ob sie dieses Ziel erreicht haben oder nicht. Hier schließt sich die Strategie und knüpft am Anfang wieder an. Denn genau hier ist der Punkt, an dem Sie wieder mit dem Social Media Audit beginnen. Es ist ein Kreislauf an analysieren, Ziele setzen, Aktionen umsetzen und Erfolge messen.

4.Post erstellen & veröffentlichen | 40 Minuten

Sie wissen nun, was und wie man Kanäle analysiert, wie Ziele gesetzt werden und wie die eigene Strategie überprüft und adaptiert wird. Aber wie macht man eigentlich einen erfolgreichen Post? Wie immer im Online Marketing gibt es auch hier keine einfache Antwort darauf. Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab. Speziell Zielgruppe und Ausrichtung des Unternehmens spielen hier eine große Rolle. Hier kommt es Ihnen auch sehr zugute, wenn Sie bereits ein Mission Statement erarbeitet haben und wissen, was sie kommunizieren wollen.

Es gibt jedoch einige allgemeingültige Erfolgsfaktoren, die für alle Kanäle gelten:

  • Videos funktionieren immer am besten
  • Authentische Bilder funktionieren besser als langweilige Produktbilder
  • Diverse Studien (Quelle: Quintly & ALLFacebook) zeigen, dass kurze Captions mit ca. 50 Zeichen besser funktionieren als lange
  • Der richtige Zeitpunkt zum Posten variiert stark von Kanal zu Kanal. Als Faustregel gilt aber, dass um die Mittagszeit und nach dem Feierabend die besten Zeit zum Posten ist
  • Call To Actions einbauen (Was denkt ihr über …?, Wer kennt diese Situation?, Was sind eure Erfahrungen?)
  • Mut zum anders sein! Nicht nur langweilige Posts sondern Videos, Canvas, Stories etc.
  • Authentisch sein!

5. Community Management | 20 Minuten

Das A und O, um mehr Reichweite zu generieren, ist die Interaktion. Sie müssen Zeit einplanen, um mit Ihren Followern und zukünftigen Followern zu interagieren. Posts zu veröffentlichen ist zwar ein wichtiger Teil jeder Social Media Strategie, aber der Algorithmus von Facebook, Twitter, Instagram & Co leben von der Interaktion.

Hier einige Tipps wie Sie Follower generieren und auf sich und Ihre Kanäle aufmerksam machen können:

  • Schnelle Reaktionszeiten
  • Beantworten Sie jeden Kommentar, auch wenn es nur ein „Danke“ ist
  • Kommentieren Sie was das Zeug hält!
  • Reagieren Sie auf Stories mit Nachrichten – das lieben die Algorithmen!
  • Kommentare bei kleineren Kanälen. 100 bis 1000 Follower funktionieren am Besten, um Aufmerksamkeit zu bekommen.
  • Stellen Sie Fragen in Ihren Posts, um Kommentare zu forcieren.
  • Misten Sie Ihre inaktiven und Ghost Follower aus. Es gibt zahlreiche Tools hierfür. Eines der bekanntesten ist Combin
  • Entfolgen Sie Kanälen, die nicht mehr relevant sind für Ihre Strategie

Über den Autor

Ich habe Slidebird Webstories im Jahr 2011 gegründet und leite derzeit die Online-Marketingkampagnen und bin für die Front-End-Entwicklung von Webprojekten verantwortlich. Gemeinsam mit meinem Team realisieren wir Projekte im Bereich Online-Marketing, Webdesign, Programmierung und Suchmaschinenoptimierung.

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