Architektur und Oasen.

Architektur und Oasen

Obwohl die Josefstadt der flächenmäßig kleinste Wiener Gemeindebezirk ist, gibt es hier sprichwörtlich an jeder Ecke etwas zu entdecken.

Begleiten Sie uns auf unserem Spaziergang „Architektur und Oasen“ und tauchen Sie ein in die einzigartige Kombination aus Vergangenheit und Gegenwart – aus lebendiger Geschichte und abwechslungsreichen Plätzen zum gemütlichen Entspannen und Verweilen.

Insidertipp
Wer flexibel ist, plant den Spaziergang am besten an einem Samstag, um sich gegen Ende beim wöchentlich stattfindenden Bio- und Spezialitätenmarkt in der Lange Gasse durch das ein oder andere regionale Schmankerl zu kosten.

Viel Spaß beim Spazieren und Entdecken der Josefstadt!

1., Wir beginnen unseren Spaziergang am westlichen Ende der Josefstadt, bei der U6-Station Josefstädter Straße. Wenn Sie die U-Bahn Richtung 8. Bezirk verlassen, haben Sie gleich einen Blick über den Gürtel auf unsere erste Station: Die Breitenfelder Pfarrkirche. Die unmittelbare Nähe zu eben dieser U-Bahn-Station war bereits während des Kirchenbaus Grund zur Kritik, begann doch der Bau des Viadukts quasi zeitgleich mit der Fertigstellung der Pfarrkirche. Stilistisch orientiert sich der Bau von Alexander Wieleman stark an der lombardischen Frührenaissance. Charakteristisch sind italienische Ornamente und rötliche Rohziegel, der Innenraum zeigt sich hell und geräumig.

2., Von der Kirche gehen Sie Richtung Osten in die Florianigasse über den Bennoplatz und biegen danach links in die Albertgasse. Sie führt uns nach ca. 200 Metern auf den Albertplatz, der als Gesamtkunstwerk unsere zweite Station bildet. Neben dem öffentlichen Gemeinschaftsgarten und einem kleinen Spielplatz sticht hier besonders der Isisbrunnen hervor. Er ist der einzige aus Gusseisen gefertigte Brunnen der Stadt und ziert nach der Verlegung von der Mitte des Platzes zugunsten einer ehemaligen Straßenbahnlinie den Platz vor dem gelben Gaberschlössel. Vom Albertplatz gehen Sie ein Stück die Breitenfelder Gasse entlang und biegen dann rechts in die Feldgasse ein. Wer hier einen kurzen Blick nach links richtet, sieht wie in eine andere Welt bis zum modernen Wiener AKH, um dann nach rechts der Feldgasse folgend bei der Florianigasse 55 wieder auf eines der schönsten Jugendstilhäuser der Josefstadt zu stoßen.

3., Ein Stück weiter östlich öffnet sich die Florianigasse links zum Schlesingerplatz, der den Blick auf das Amtshaus des 8. Bezirks freigibt. Hängematten und ergonomisch geformte Sitzmöglichkeiten laden zum kurzen Verweilen und Betrachten des eindrucksvollen Ensembles aus Gebäuden, Grünflächen und dem Wachsamkeitsbrunnen in der Mitte des Platzes ein.

4., Ein Stück weiter biegen Sie rechts in die Schönborngasse und dann gleich wieder rechts in die Krotenthallergasse. Bevor es Richtung Kupkagasse nach links weitergeht, werfen Sie einen aufmerksamen Blick nach rechts auf die zahlreichen Jugendstildetails der Krotenthallergasse 2. Der Kupkagasse folgend kommen wir zum Hamerlingpark, der mit einer Fläche von rund 6 000 m2 der zweitgrößte Park nach dem Schönbornpark im 8. Bezirk ist. Ob mit Kind, Hund oder alleine – hier finden sich bei Spielplatz, Park und Hundezone Grün- und Ruheflächen für die Bedürfnisse der ganzen Familie.

5., Wenn Sie bereit sind, das nächste architektonische Highlight der Josefstadt zu entdecken, folgen Sie der Kupkagasse bis zur Josefstädter Straße, um diese zu queren. Gehen Sie gegenüber für knappe 200 Meter die Lerchengasse entlang, bis Sie an der Ecke zur Pfeilgasse angekommen sind. Hier befindet sich das denkmalgeschützte Mietshaus „Zum weißen Engel“, das im Jahr 1903, knappe 180 Jahre nach seiner Erbauung, eine eindrucksvolle Fassade mit Ornamenten im Stil der Otto-Wagner-Schule erhielt.

6., Von hier gehen wir die Pfeilgasse entlang nach Osten und folgen dieser noch ein Stück, nachdem sie bereits zur Zeltgasse wurde. Nach einer kurzen Unterführung befinden wir uns am Hugo-Bettauer-Platz und damit am Beginn der Begegnungszone Lange Gasse. Schlendern Sie die verträumte kleine Gasse Richtung Josefstädter Straße entlang und achten Sie auf die kleinen Cafés, Shops und Lokale, die das Gesamtbild positiv beeinflussen. Sollten Sie diesen Spaziergang an einem Samstag machen, können Sie sich beim Bio- und Spezialitätenmarkt mit zahlreichen Köstlichkeiten stärken und frisches Obst und Gemüse von den regionalen Verkäufern erstehen. Folgen Sie anschließend der Lange Gasse weiter Richtung Norden, vorbei an der „Alten Backstube“ in der Nr. 34, einem klassischen Beispiel barocker Vorstadtarchitektur.

7., Gleich danach geht es links über die malerische Maria-Treu-Gasse zur Piaristenkirche Maria Treu, die das Kernstück des weitläufigen Jodok-Fink-Platzes darstellt. Eingerahmt von ehemaligen Klostergebäuden des Piaristenordens ist die barocke Kirche architektonisch wie künstlerisch interessant. Die Fassade besitzt einen leicht vorgewölbten Mittelteil mit einer davor platzierten, anlässlich des Erlöschens der Pest gestifteten, zierlichen Mariensäule. Im Inneren beeindrucken die fünf Deckenfresken des berühmten Barockmalers Franz Anton Maulbertsch aus den Jahren 1752 und 1753. Maria Treu ist außerdem für ihre hervorragende Akustik bekannt und dementsprechend bei Musikern beliebt; schon Joseph Haydn spielte hier im Jahr 1796.

8., Folgen Sie der Piaristengasse von hier Richtung Norden, um bei der nächsten Möglichkeit ein letztes Mal rechts in die Florianigasse zu biegen. Von dort biegen Sie die dritte Gasse rechts in die Schlösselgasse und gleich danach, wenn Sie „anstehen“, links in die Tulpengasse ein. Nach 20 Metern sind wir an der letzten Station unseres Spaziergangs, dem sogenannten Schlosserplatzl angekommen. Das idyllische Plätzchen vor dem Gebäude der Schlosserinnung lädt mit liebevollen Grünflächen und einem kleinen Brunnen zu einer gemütlichen Verschnaufpause ein, bevor Sie von hier in einer Minute an der U2 oder über die Landesgerichtsstraße in der Innenstadt sind.

Foto: Detailsinn
Fotos: Detailsinn
Foto: Detailsinn
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Beruf und Berufung in der Josefstadt: Menschen mit Pioniergeist und Vision erzählen über ihre Motivation, ihre Leidenschaft für die Josefstadt und ihre Überzeugung für Einzelhandel und Serviceleistungen im Achten.

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